Beim Frühstück komme ich mit einem nett aussehenden Paar aus Süddeutschland ins Gespräch..Sie fahren etwa 100 km pro Tag und sind von Hamburg über Cuxhaven / Bremen auf dem Weg nach Hann. Münden. Ich bin schwer beeindruckt! Viel jünger als ich können sie gar nicht sein. Oder liegt es auch an ihren Rändern mit 14-Gang Schaltung?
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| Stärkung für die letzte Etappe |
Heute ist es wieder kühler,so etwa 16 Grad. Nach dem Frühstück sehe ich mir Rinteln noch mal näher an und erweitere so meine Eindrücke. Schon gestern gefiel mir Rinteln sehr, sehr gut. Es wirkt auf mich interessanter und ursprünglicher als Hameln. Als ich mich mit einer jüngeren Frau über ihre Erfahrungen in Rinteln unterhalte, bestätigt und erklärt sich dieser Eindruck. Rinteln ist nicht so eindeutig vom Tourismus geprägt. Hier gibt es auch noch Arbeitsplätze in Industrie und bei Zeitungen. Durch die nahe A2 wohnen auch Hannoveraner hier. Es sei schwer, eine Dreizimmerwohnung zu finden. Auffällig sind die vielen Lokale, in denen es am Samstagabend die Rintelner offenbar ihre Freunde treffen.
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| Samstagabend auf dem Rintelner Marktplatz |
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| Ein alter Adelshof |
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| Der alte Bischofssitz - Detail - heute eine Privatklinik |
Etwa 30000 Menschen leben hier. Lange Zeit war Rinteln Bischofsstadt. Im 17. Jahrhundert hatte Rinteln eine Universität. Große Ausstrahlung besitzen auch die alten Adelshöfe in der Ritterstraße. Hier begegnet mir auch wieder der Name von Münchhausen - wie schon in Bodenwerder und Schloss Bevern.
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| Eindruck vom Weg - das Gebirge rückt in die Ferne |
Meine Etappe heute ist nur kurz. Zwar könnte ich eine Abstecher nach Bad Oehnhausen ergänzen, aber an einem Sonntag scheint mir das nicht so vielversprechend. Also fahre ich den Weserbogen ab zur Porta Westfalica.
Hier durchbricht die Weser Wiehen- und Wesergebirge. Ursprünglich verlief der Weserlauf anders. Der Name "Porta Westfalica" ist auch nicht so alt, wie es den Anschein hat. Er wurde erst im 19. Jahrhundert gebildet und statt einer richtigen Stadt finden sich hier verschiedene Ortsteile - wohl ehemalige Dörfer.
Vom "Weserdurchbruch" bin ich überrascht - ich habe mir etwas Dramatisches - Schluchtartiges vorgestellt (wie das Bodetal). Aber das Weserbecken ist riesig. Als ich die Autobrücke überquere, wirkt das das 88m hohe Kaiser - Wilhelm - Denkmal des Wiehengebirges eher fern.
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| Porta Westfalica - das Wiehengebirge (Wittekindsberg) mit Kaiser - Denkmal |
Hier endet das Weser/Wiehengebirge. Kurz darauf beginnt die norddeutsche Tiefebene. Der Charakter des Weser - Radweges ändert sich damit vollkommen.
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| Die norddeutsche Tiefebene beginnt |
Jetzt ist es nicht mehr weit bis Minden, wo diesmal meine Tour endet. Gerne hätte ich den Weser - Radweg noch bis Bremen verfolgt - vielleicht ein anderes Mal!
Fazit: Diese kleine Radtour mit den vielfältigen Eindrücken und den vielen Stadterkundungen hat mir sehr gut gefallen. Hier gibt es mehr zu besichtigen und zu erkunden, als auf den Tagestouren abzufahren ist - es sei denn, man fährt noch kürzere Strecken und räumt mehr Zeit für Besichtungen ein. Für mich liegt der Reiz aber gerade in einer ausgewogenen Mischung aus Bewegung und Kultur.
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