Donnerstag, 28. Juli 2016

Von Beverungen nach Bodenwerder (2. Etappe)

Heute will ich mit der Fähre übersetzen und dann zunächst nach Höxter. 2-3 km weiter liegt Kloster Corvey. Weiter geht es nach Holzminden. Nach einem Abstecher nach Schloss Bevern ist Bodenwerder mein Tagesziel. (Etwa 70 km).

Ich starte bei leichtem Nieselregen. Erst geht es mit der Fähre auf die andere Weserseite - der nette Fährmann hilft mir noch, das Rad zu verladen und die Taschen zu befestigen. Bis Höxter (21 km) bleibt es eher diesig verhangen. Mir gefällt der Blick in die regenfeuchte Landschaft und die tropfentragenden Getreidefelder. Ich bin stolz auf mich, so gut voranzukommen und dem Wetter zu trotzen. In Höxter blicke ich über die Weserbrücke zurück und betrachte die dunkelblauen Wolken.
Gut gelaunt in den Tag ...


Beim Übersetzen mit der Fähre

So präsentiert sich der Weserradweg beim Tagesstart


Gegen 10:00 Uhr erreiche ich Höxter. Kurz darauf gelange ich zum Kloster Corvey, wo ich um 11:00 Uhr an einer Führung teilnehme. Dieser Ort ist seit einigen Jahren Weltkulturerbestätte - aufgrund des "karolingischen Westwerks" (erbaut 885). Der Eingangsbereich mit den korinthischen Säulenkapiteln und den Malereiresten mit antiken Motiven berührt mich. Wenn ich mir vorstelle, wie viele Kaiser bis zu Otto IV. hier Hof hielten ... Für mich eine Begegnung mit den Anfängen der Geschichte Deutschlands, ja mit der Zeit davor. Von hier startete der Hl. Ansgar, um in Bremen sein Bistum bzw. die Stadt Hamburg (Hammaburg) zu gründen.

Korinthisches Säulenkapitel

Im Westwerk


Das Karolingische Westwerk
Außerdem gibt es noch eine bedeutende Privatbibliothek, an der Hoffmann von Fallersleben als Bibliothekar angestellt war, zu besichtigen und einige Privaträume. Das alte Kloster wurde im 13. Jahrhundert zerstört. Heute befindet sich hier ein Barockbau, der vom Fürsten von Ratibor bewohnt wird.

Mit 70000 Bänden eine der größten Privatbibliotheken - heute auf Mikrochip zugänglich
Um 12: 45 geht es weiter. Bis Holzminden (kurze Rast an der Weserpromenade) auf dem Weserradweg, dann  entscheide ich mich, doch den Weg über Schloss Bevern zu machen, denn dort lockt mich die "Erlebniswelt Weserrenaissance". Letztere erweist sich jedoch als Enttäuschung. Die Aussteller haben Probleme mit dem hausinternen WLAN, so dass die Präsentationen auf den Tabletts nicht laufen. Allerdings habe ich inzwischen auch Zweifel, ob die angebotene Ausstellung wirklich meinen Erwartungen entspricht - ich hoffe auf historisch - architektonische Hintergründe, aber die Ausstellung orientiert sich wohl mehr an Unterhaltungsgesichtspunkten. Bei allem, was sich "Erlebniswelt" nennt, muss wohl eher misstrauisch sein.
Das Schloss selbst bleibt aber sehenswert - genauso, wie der Radweg hierher, der auf etwas unebenen Landschotterpfaden durch Getreidefelder verläuft.

Schloss Bevern - Innenhof - noch nicht restauriert

Detail der restaurierten Außenfront (Torbogen)

... und noch mehr weserrenaissnace typische Details


Gegen 15:30 fahre ich weiter - gerate noch in einen Wolkenbruch, den ich zusammen mit anderen Radfahrer (ein Mann aus der Umgebung, der Details über das leerstehende Gasthaus, bei dem wir uns unterstellen, weiß und ein aufgeschlossenes holländisches Ehepaar, das auf einem Campingplatz in der Nähe seinen Urlaub verlebt) verbringe.

Wegimpression 

Nach dem Wolkenbruch reißt die Sonne auf und ich erreiche um 17 Uhr Bodenwerder - jetzt erst mal duschen!
Am Abend suche ich  in der kleinen Altstadt von Bodenwerder ein griechisches Restaurant auf. In meinem Hotel sieht die Karte nämlich so aus, wie schon im Hotel am gestrigen Abend. In der Altstadt fällt der viele Leerstand auf. Beim Weg zurück ins Hotel treffe ich eine 68jährige Bodenwerderin, die mir  von den Lebensbedingen in der Stadt erzählt.


.... Und so sieht es am Abend- nach einem angenehm anstrengendem Tag - in Bodenwerder aus:


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen